Versteckspiel mit Terrier Jil

Sprachheilkindergarten hat Besuch von der Rettungshundestaffel

Von StephanHartung

Degersen.
Die Anweisung ist eindeutig. „Arbeiten!“ Der Ruf dröhnt über das Außengelände des Sprachheilkinder- gartens in Degersen. Damit sind nicht die Pädagogen und Erzieher gemeint. Die Anweisung stammt von Rüdiger Lohmann. Wenn der Gruppenführer der Rettungshundestaffel Weserbergland laut und deutlich „Arbeiten!“ ruft, dann flitzt Jil lost – ein kleiner Irish Soft Coated Terrier, der auf die Suche nach vermissten Personen spezialisiert ist.

Verein ermöglicht Kooperation

Der Sprachheilkindergarten unter Leitung von Ingo Laskowski hat am Don- nerstag Besuch von der Rettungshundestaffel bekommen. Den Kontakt zu dem Verein aus dem Weserbergland hatte Wiebke Banse geknüpft; sie ist Kassenwartin des Fördervereins des Paritätischen Kinderzentrums Wennigsen. Lohmann und seine Kollegen erklären den 32 Kindern aus vier verschiedenen Gruppen, wie die Hunde bei Rettungen eingesetzt werden.
„Wir machen diese Zusammenarbeit mit der Staffel zum ersten Mal. Das ist ganz toll für die Kinder“, sagt Laskowski begeistert. „Die Kinder lernen, dass Hunde nicht nur Streicheltiere sind, sondern auch ganz andere Aufgaben erfüllen können. Und wer vor Hunden Angst hat, braucht diese nicht mehr zu haben.“

Hund sucht Kinder

Um zu lernen, was Rettungshunde alles können, dürfen die Kinder das machen, was sie am liebsten tun – sich verstecken. Für Terrier Jil ist es daher keine einfache Aufgabe, die Kinder auf dem großen Gelände aufzuspüren. Und wie nehmen Rettungshunde die Fährte auf? Anders als Spürhunde der Polizei, die zuvor den Geruch der vermissten Person schnüffeln müssen. „Unsere Rettungshunde sind so ausgebildet, dass sie gern bei Menschen sind. Sie freuen sich, wenn sie Menschen sehen – und suchen sie auch gern“, erklärt Lohmann, während er mit dem Arm in Richtung Rutsche zeigt und Jil dabei einen kleinen Tipp gibt.
„Arbeiten, außen!“ Und schon ist Kindergartenkind Andrej in seinem Ver- steck aufgespürt.

Ausbildung dauert bis zu 30Monate

Die Rettungshunde, deren Ausbildung 18 bis 30 Monate dauert, werden eingesetzt, wenn sich etwa Senioren verirrt haben und nicht mehr ins Altenheim zurückfinden. Auch wenn Schulkinder vermisst werden, würden die Hunde auf ihre Spur gesetzt, erklärt Lohmann. Das Einsatzgebiet der Rettungshundestaffel mit Sitz in Bad Münder umfasst die Landkreise Göttingen, Holzminden, Osterode, Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Nienburg. Sobald die Tiere ihr Geschirr tragen, die sogenannte Kenndecke mit Glocke und Licht, wissen sie, dass sie arbeiten müssen.

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