Staffel sucht Piloten

Rettungshunde-Verein will Drohne zur Unterstützung der Teams am Boden einsetzen

BAD MÜNDER. Ein kleiner Verein – aber extrem engagiert: die BRH Rettungshundestaffel Weserbergland mit Sitz in Bad Münder. Für den Aufbau einer im Einsatzfall schnell abzurufenden Infrastruktur haben die Mitglieder in den vergangenen Jahren aktiv Spenden eingeworben – und auch erhalten. Eine Spende aus dem vergangenen Jahr stellt die Rettungshundestaffel nun aber vor ein Problem: Um die zweckgebundene Spende über 5000 Euro für eine Drohne entsprechend nutzen zu können, fehlt der Staffel ein geeigneter Pilot für das Fluggerät.
Das Problem, mit dem der Vorstand konfrontiert ist: Für den Einsatz von Drohnen mit einem Gewicht von mehr als zwei Kilogramm ist ein Kenntnisnachweis gefordert. Derzeit verfügt kein Vereinsmitglied über einen „Drohnenführerschein“, der den Einsatz des Fluggeräts und damit die Unterstützung der Bodenarbeit der Rettungshundeteams aus der Luft ermöglicht. Der Vorsitzende Rüdiger Lohmann erklärte jetzt während der Jahresversammlung des Vereins, dass er hoffe, interessierte Drohnenpiloten für diese Aufgabe begeistern zu können. Falls der Nachweis noch nicht vorliege, würde der Verein den Interessenten bei der Prüfung unterstützen. Lohmann hofft, dass sich Interessierte per E-Mail unter r.lohmann@ rhs-weserbergland.de melden.
Zur Freude des Vereins konnten im vergangenen Jahr auch weitere Spenden verbucht werden – in einigen Fällen sogar Zuwendungen im fünfstelligen Eurobereich. Die Spende, die die meiste Aufmerksamkeit auf die Arbeit der Staffel lenkte, war die aus dem Erlös der Kofferversteigerung am Flughafen Hannover. Für diese Aktion war der BRH überraschend ausgewählt worden – und trat schließlich mit einem Scheck in Höhe von 21470 Euro den Heimweg an.
Bei der Jahresversammlung erfuhren die Mitglieder, welche notwendigen Investitionen abgearbeitet werden konnten. So wurde das Einsatzfahrzeug
mit Standheizung, Stromanlage, Markise, Funkanlage und einer Sondersignalanlage ausgestattet. Auch zehn neue Sprechfunkgeräte, Einsatzhelme und ein „Power Moon“ zum Ausleuchten einer Einsatzstelle samt Notstromaggregat befinden sich nun im Einsatzfahrzeug. Weiterhin wurde mit großem Aufwand auf dem Vereinsgelände am Süntel ein Geräteplatz angelegt.
„Ein sehr ereignisreiches Jahr für den kleinen Verein“, bilanzierte Lohmann. Auch viele Prüfungen für „Hund und Herrchen“ und auch viele Einsatzübungen standen auf dem Plan. Das beliebteste Training findet jedes Jahr zusammen mit anderen Staffeln vor Saisonstart im Freizeitpark Rasti-Land statt. Diese Übungslokalität ist wohl deutschlandweit einmalig, wie eine Anfrage einer Staffel aus Freiburg zeigt, die auch gerne dabei wäre.
Neben Übungen gab es auch Einsätze und Alarmierungen. In den meisten Fällen konnten vermisste Personen schnell gefunden werden, aber eine Personensuche blieb ohne Ergebnis, eine schwere Situation für die Retter. Bürgermeister Hartmut Büttner dankte dem „sehr leistungsfähigen Verein für seinen Einsatz“ und lobte weiterhin den hohen Ausbildungstand der Mitglieder und ihrer Hunde. rp

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